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Mittwoch, 8. August 2012

Rosengartenspitze, 2981 m

Ein Traum erfüllt sich: Alpin-Klettertour auf die Rosengartenspitze.

Rosengartenspitze, der Hauptgipfel vom Rosengartenmassiv
Santnerpass-Hütte im ersten Licht
Am Vortag sind Sonja, Peter, Hannes und ich von der Kölner-Hütte über den Santnerpass-Klettersteig zur Santnerpasshütte, 2741 m aufgestiegen. Nach einem zauberhaften Sonnenuntergang hoch über Bozen nächtigen wir in der kleinen Schutzhütte. Gut gestärkt vom Frühstück ziehen wir unsere Kletterausrüstung an und gehen über einen Schotterweg zum Felsaufbau der Rosengartenspitze.

Kletterrinne im Mittelteil der Westflanke
Morgenstimmung an der König Laurins-Wand mit Blick nach Bozen
Peter und Hannes klettern im Vorstieg und sichern uns nach. Es ist schön nach oben zu klettern. Der Dolomitenfelsen ist griffig, die Aussicht im Herzen von König Laurin samt Hochnebel, der sich immer wieder lichtet, atemberaubend schön. Anfangs klettern wir über II und III Stellen nahe des Kamins empor, einmal leicht links auskletternd hinauf in die Scharte, wo wir die Schluchtrinne verlassen.

Die III-Kletterstelle am Nordgrat
Blütenpracht im kargen Dolomitenfelsen
Über den Nordgrat in leichter Kletterei weiter, wobei wir eine III-Stelle wieder gesichert überwinden. Bald wird das Gipfelkreuz der Rosengartenspitze sichtbar - die Freude ist unbeschreiblich groß. Um 9.30 Uhr stehen wir am Gipfel. Heute Vormittag gehört der Rosengarten nur uns. So genießen wir die Gipfelrast und kehren nach einer schönen Pause im Herzen der Dolomiten nahe der Aufstiegsroute zurück.

Gipfelkreuz auf der Rosengartenspitze
Unterwegs im Herzen der Dolomiten
Am Grat seilen wir einmal ab und klettern am kurzen Seil mit Blick auf den Kesselkogel und der Scalieretspitze zurück zur Scharte. Ab der Scharte seilen wir uns durch den Kamin ab - ein tolles Gefühl :)
Beim Ausstieg übergeben wir den Berg einer nächsten Seilschaft, die gerade in die Kletterwand einsteigt. Allein hier unterwegs zu sein, ist wieder einmal ein Geschenk.

Am Nordgrat der Rosengartenspitze
Schön luftig: abseilen über die Westflanke der Rosengartenspitze
Es ist Mittagszeit und wir kehren noch einmal in die Santnerpasshütte auf Tiroler Knödel und Omelett ein. Anschließend klettern wir den Santnerpass-Klettersteig wieder zurück zur Kölner-Hütte und mit dem Lift schweben wir zurück zur Frommer-Alm. Zwei schöne Klettertage im Rosengartenmassiv werden uns in unvergesslicher Erinnerung bleiben.

Höhenmeter: 250 Höhenmeter im Aufstieg (ab Santnerpasshütte), 700 Höhenmeter im Abstieg
Kletterstellen: II - III
Kletterzeit: 1,5 Stunden im Auf- und im Abstieg an der Rosengartenspitze, 2 Stunden am Santnerpass-Klettersteig
Einkehr: Santnerpass-Hütte, Kölner-Hütte

Rosengartenspitze, links der Kamin und über den Grat zum Gipfel
Zurück geht es wieder über den Santnerpass-Klettersteig

Dienstag, 7. August 2012

Santnerpass-Klettersteig, 2745 m

Klettern in den Sonnenfelsen des Rosengarten.

Sonnenuntergang von der Santnerpass-Hütte aus
Santnerpass-Hütte, dahinter der sagenumwobene Rosengarten
Am Nachmittag schweben wir mit Peter und Sonja unterhalb vom Nigerpass bei der Frommer-Alm, 1743 m mit dem Laurinlift hinauf zur Kölner-Hütte, 2339 m. Hinter der Hütte folgen wir dem Wegweiser "Santnerpass Klettersteig". Anfangs steil über einige mit Drahtseilen gesicherte Felsen empor in einen Schutt-Boden und links einem schönen Steig folgend zum Einstieg in die Westabstürze der Rosengartenspitze.

"Scharten-Klettern" am Santnerpass-Klettersteig 
Lebt in winzigen Felsspalten, die Teufelskralle
Anfangs kraxeln wir ohne Sicherungen die Bänder leicht ansteigend empor und dann im Auf und Ab durch die Scharten und Rinnen der Dolomiten-Bergflanke. Der Santnerpass-Klettersteig ist nur teilweise gesichert. Ein senkrechter Aufstieg ist mit einer Eisenleiter entschärft. Durch eine schmale Rinne geht es weiter und ein Drahtseil leitet uns in die Eisrinne (Eiscouloir) hinunter.

Klettern im Herzen von König Laurins Reich
Die Vajolet-Türme - eine bizarre Felsformation, am Fuße die Gartl-Hütte
Die Eisrinne ist mittlerweile ausgeapert und Drahtseile führen zur letzten gut gesicherten Steilwand. Über diese empor und dann queren wir zum Ausstieg am Santnerpass, 2745 m. Vom Pass in wenigen Metern hinunter zur gleichnamigen Schutzhütte, der Santnerpasshütte, 2741 m.

Luftige Ausblicke aus dem Santnerpass-Klettersteig
Abendlicher Blick zum Latemar
Die Hütte liegt traumhaft schön, am Fuße des Rosengarten mit Blick über die Täler bis nach Bozen. Die kleine Hütte ist gemütlich eingerichtet und lädt wohl zum schönsten Sonnenuntergang in den Dolomiten ein. Nach einem gemütlichen Beisammensein verziehen wir uns in unsere Betten.

Höhenmeter: 400 m
Kletterzeit: 2 Stunden
Einkehr: Kölner-Hütte, Santnerpass-Hütte

 Blick von der Sonnenterrasse hoch über Bozen
Enrosadira - Alpenglühen in den Dolomiten

Donnerstag, 2. August 2012

Marmolada, 3343 m

Königin der Dolomiten: Überschreitung über den Westgrat zum Marmolada-Gletscher.

Marmoladaspitze, der höchste Berg der Dolomiten
Blank: die Marmolada-Nordwand
Um 5.30 Uhr treffen wir uns bei der Einfahrt ins Eggental und fahren dann gemeinsam über den Karerpass nach Canazei und von dort zum Fedaia-Stausee, wo wir an der Staumauer entlang zum oberen Parkplatz fahren. Hier beginnt unsere große Tour inmitten der imponierenden Bergwelt der Dolomiten. Unser Ziel ist der Hauptgipfel der Marmolada, die Punta Penia.

Zustieg zum Klettersteig, Marmolada-Westgrat (links), Kleiner und Großer Vernel
Blick vom Vernel-Gletscher zum Piz Boè (links)
Anfangs gehen wir der Wasserleitung folgend eben hinüber zu den ersten Wegschildern. Von dort links bergauf und dann weglos über die Kalkfelsen und einigen Stiften hinauf zum Weg Nr. 606 der markiert ist und von der Fiacconi-Hütte herüberkommt. Den Steinmännchen folgend unter der Marmolada-Nordwand gelangen wir zum Fuß des kleinen Vernel-Gletschers. Mit den Steigeisen über Gletschergeröll und Schutt hoch und sich rechts haltend zum Einstieg in den Klettersteig (Westgrat, Hans-Seyffert-Klettersteig).

Einstieg in den Westgrat-Klettersteig
Steil und ausgesetzt, aber gut gesichert, der Marmolada-Klettersteig 
Am Einstieg tauschen wir die Steigeisen mit Klettergurt und Helm. Bestens gesichert klettern wir über einen der ältesten Klettersteige in den Dolomiten, teils luftig entlang in die Marmoladascharte, 2896 m gelangen. Von dort auf dem fast durchgehenden Drahtseil über viele Klammern und Stifte die steilen Felspassagen den Westgrat empor.

Blick über den Westgrat zum Gran Vernel
Blick aus dem Westgrat zum Marmolada-Gipfel
Zum Schluss nahe dem Gletscher über einen Steig hinauf zum Gipfel der Marmolada. Auf der Punta Penia steht ein schönes Gipfelkreuz und eine kleine bewirtschaftete Hütte. Nach einer Gipfelpause ziehen wir die Steigeisen an und gehen über den spaltenlosen Gipfelgletscher hinunter zum Einstieg in einen Klettersteig (ca. 150 Höhenmeter). Die Schlüsselstelle der gesamten Marmolada-Besteigung befindet sich im unteren Teil des Klettersteigs am Übergang zum Marmolada-Gletscher.

Meter für Meter dem höchsten Dolomiten-Gipfel entgegen
Ausstieg vom Westgrat, die letzten Schritte zum Gipfel
Während Manfred und Sepp über die gerölligen Felsen vorsichtig zum Gletscher absteigen, halten Klaus und ich uns links (Abseilring), wo uns Hannes zum Gletscher abseilt. Anschließend seilt er sich selbst ab. Über die Randspalte geht es drüber und ab nun mit Steigeisen und im Seil über den Marmolada-Gletscher. Zunächst flach, dann über eine spaltenreiche steilere Flanke in einen Gletscherboden und zum Schluss wieder steil bergab zum Gletscherrand.

Abstieg im oberen Gletscher, unten der Fedaia-Stausee
Abstieg über einen kurzen Klettersteig zum unteren Gletscher
Hier ziehen wir unsere Hochtourenausrüstung aus und gehen über die bleichen Dolomitenfelsen bergab nahe dem Rifugio Pian dei Fiacconi, 2625 m. Von dort auf Steig 606 blumenreich zum Col de Bous, 2438 m und weiter steil hinunter zum Parkplatz am Fedaiasee, wo sich unsere Marmolada-Gipfelüberschreitung schließt und die Füße Erfrischung im kalten Gletscherwasser finden.

Höhenmeter: 1300 m
Gesamtgehzeit: ca. 7 Stunden
Einkehr: im Aufstieg keine, am Gipfel das Rifugio Capanna Punta Penia und im Abstieg das Rifugio Pian dei Fiacconi
Abseilen im Übergang vom Felsen zum Marmolada-Gletscher
Spaltenreich, der Marmolada-Gletscher

Dienstag, 17. Juli 2012

Sassongher, 2665 m

Über das Edelweißtal auf das markante Felssymbol im Herzen der Dolomiten - der Sossongher-Spitz.

Ausblick vom Sassongher zu den großen Dolomitengipfeln
Der Sassongher, von vielen Seiten schaut er nahezu unbegehbar aus
Am frühen Nachmittag parke ich in Kolfuschg (Corvara) bei der Kirche und folge dem Weg ins Edelweißtal. An friedlich grasenden Kühen, Haflinger-Pferden, einer Eselfamilie, den Ziegen und der Edelweißhütte, 1842 m wandere ich vorbei in den Talschluss. Bei der Weggabelung halte ich mich links (Weg Nr. 4) und erreiche bald einen Bildstock und dahinter die nächste Abzweigung (Nr. 7), der ich weiter folge.

Blick über die Gardenazza-Hochfläche zum Hiligkreuzkofel
Der Gipfelaufbau vom Sassongherspitz
Über weite Serpentinen gelange ich in steiler werdendes Gelände und komme bald in die Sassongher-Scharte, 2435 m, wo der eigentliche Gipfelaufbau beginnt. Über den gut ausgetretenen Weg, Schutt und Geröll geht es weiter zu den steilen Felsen. Über einige Seilsicherungen (ca. 30 Höhenmeter) unschwierig empor zur schottrigen Gipfelfläche. Nach einigen engen Kehren stehe ich nach knapp zwei Stunden auf dem gelb blühenden Gipfelklotz, der als Wahrzeichen der Region bekannt ist.

Entschärft mit einem Drahtseil: die Passage durch die Gipfelfelsen
Blütezeit am Sassongher-Gipfelplateau
Bei einem weiten Panoramablick über den Piz Boè, die Pisciadùspitze, den Langkofel, die Cirspitzen, den Puezspitzen, den Piz Duleda, den Heiligkreuzkofel, den Lavarella und Cunturinesspitz sowie der vergletscherten Marmolada genieße ich eine erholsame Pause am schönen Gipfelkreuz. Der Abstieg erfolgt auf derselben Route bei unvergesslichen Dolomitenblicken.

Höhenmeter: 1000 m
Gesamtgehzeit: flotte 3 Stunden
Einkehr: Edelweiß-Hütte

Die letzte Kehre zum Sassongher-Gipfel
Marmolada-Blick

Sonntag, 24. Juni 2012

Kesselkogel Überschreitung (West-Ost), 3002 m

Lang, anstrengend, aber wunderschön: Über den höchsten Berg der Rosengartengruppe.

Kesselkogel-Überschreitung: links die Westwand, rechts die Ostwand
Morgendlicher Blick zurück zur Grasleitenhütte
Über Dolomitgeröll und Schneefelder hinauf in den Grasleitenpass
Der Blick am Morgen aus dem Fenster zeigt einen wolkenlosen Schlern. Wir entscheiden daher in die Dolomiten zu fahren und den Kesselkogel zu überschreiten. Kurz nach halb sieben steigen wir oberhalb von Tiers beim Rungger-Parkplatz aus dem Auto. Wir folgen dem Weg 13, vorbei an den malerischen Heuhütten, gelangen ins Tschamintal und bleiben hier auf Weg 3.

Tiefblick aus der Kesselkogel-Westwand auf die Grasleitenpass-Hütte
Über den ausgesetzten, aber nahezu eben verlaufenden Grat zum Gipfel
An den beiden Heilquellen (Zum Schwarzen Letten und Zum Hohen Steg) trinken wir und gehen flotten Schrittes hinauf zur Grasleitenhütte, 2134 m. Bald gelangen wir in den wunderschönen Grasleitenkessel. Links geht es zum Molignonpass hoch, während wir uns rechts halten und zum Grasleitenpass mit seiner gleichnamigen Hütte (Grasleitenpasshütte, 2600 m) aufsteigen. Nach einer Stärkung ziehen wir uns Helm und Gurt an und gehen links hoch zum Einstieg in den Westanstieg des Kesselkogel.

Gipfelblick vom einzigen 3000-er in der Rosengartengruppe
Großartig und lohnend, die Kesselkogel-Überschreitung
Nach einer Querung und über eine Eisenleiter absteigend geht es über ein breites Band meist gesichert hinauf zum luftigen Nordgrat und über ihn zum Gipfel des Kesselkogel, 3002 m. Nach einer mystischen Rast mit Hochnebel und schönen Ausblicken auf die Rosengartengruppe überschreiten wir den Gipfel und klettern über die mit Drahtseilen und Leitern gesicherte Ostwand hinunter in den Antermoja-Kessel.

Kesselkogel-Gipfelrast
Blick aus der Ostwand zum Antermoia-See
Gleich nach dem Ausstieg aus dem Klettersteig gehen wir rechts den unmarkierten Steig hinauf zum Antermojapass, 2769 m. Hier entscheiden wir die Cima Scalieret noch mitzunehmen und gehen den Gipfelkamm hinauf zum eisernen Kreuz, 2887 m. Anschließend wieder zurück zum Antermojapass, hinunter zum Grasleitenpass und über die Grasleitenhütte und das Tschamintal müde, aber glücklich zurück zum Ausgangspunkt.

Höhenmeter: 2000 m
Gesamtgehzeit: 9 flotte Stunden
Einkehr: Grasleitenhütte, Grasleitenpass-Hütte

Abstieg über die gesicherte Ostseite
Schneefeld im Abstieg der Ostwand
Gipfel-Abstecher zur Cima Scalieret

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