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Sonntag, 26. Juni 2016

Monte Disgrazia, 3678 m

Monte Disgrazia, Hauptgipfel der Bergeller Alpen.

Monte Disgrazia
Die Zufahrt zum Parkplatz ist derzeit verschüttet
Wir fahren durch das Val Masino und wollten auf der Preda Rossa, 1955m parken. Durch einen Felssturz vor zehn Tagen mussten wir aber ca. 300 Höhenmeter tiefer parken und von dort aufsteigen. Nach einer halben Stunde erreichen wir den Parkplatz und wandern durch das urige Valle Preda Rossa talein.

Am Bach entlang talein
Das Tal Valle Preda Rossa ist derzeit sattgrün
Anfangs flach, später geht es über zwei Steilstufen empor zum Rifugio Cesare Ponti, 2559 m, wo wir übernachten. Am nächsten Morgen gibt es um 4 Uhr Frühstück und anschließend folgen wir den Wegweisen "Monte Disgrazia" zu einer markanten Gletschermoräne am Westrand des Preda Rossa Gletschers.

Der Gletscherbach tobt ins Tal
Rifugio Ponti, unser Nachtquartier
Ein gut ausgetretener Weg führt uns hinauf zum Gletscher. Mit Steigeisen geht es zunächst flach, dann steiler auf der linken Seite des Gletschers empor bis zur Sella di Pioda, 3387 m. In der breiten Scharte legen wir eine kurze Pause ein. Nun beginnt der Aufstieg über den Westgrat. Den ersten Teil des Grates umgehen wir, indem wir steil in die nächste Scharte gehen und von dort auf den Grat wechseln.

Am Grat des Monte Disgrazia
Abseilen in die breite Scharte
Jetzt geht es sehr luftig in anspruchsvoller Kletterei empor. Es liegt sehr viel Schnee und das Weiterkommen ist mühsam und gefährlich. Nachdem aus dem Süden die Gewitterwolken schneller als gedacht aufziehen, entscheiden wir umzukehren. Über den Anstiegsweg seilen wir ab und kehren zurück zur Hütte, die wir noch rechtzeitig vor dem Regen erreichen.

Höhenmeter: 900 Höhenmeter zur Hütte, 900 Höhenmeter von der Hütte bis zu unserem Umkehrpunkt (1100 m bis zum Gipfel)
Gehzeit: 3,5 Stunden von der Hütte bis zum Umkehrpunkt, 4-5 Stunden bis zum Gipfel
Einkehr: Rifugio Cesare Ponti

Gewitterwolken ziehen auf
Blick zurück in die Sella di Pioda (breite Scharte)

Mittwoch, 30. März 2016

Hintere Schwärze, 3624 m

Nebelige Skihochtour auf die Hintere Schwärze.

Der letzte Gipfelanstieg erfolgt ohne Skier
Zeitig am Morgen fellen wir auf und queren den Niederjochbach. Nach einer Hangquerung fahren wir ins Tal des Marzellferners ca. 100 Höhenmeter bergab. Nun sich rechts haltend talein, die Eisbrüche umgehen wir und machen dann eine Linkskurve. Wir orientieren uns dann an der Nordwand der Hinteren Schwärze und biegen vor den Eisbrüchen rechts ab.

Unser Ausgangspunkt, die Martin-Busch-Hütte
Eisbrüche auf dem Aufstiegsweg
Einen Steilhang empor und sich dann links haltend über eine lange Rampe bis zum nächsten Steilhang. Bergauf und dann im oberen flachen Teil der Nordwand ca. 50 Höhenmeter hinauf zum Grat. Nach dem Skidepot empor zum Gipfelkreuz der Hinteren Schwärze, 3624 m. Abfahrt über den Aufstiegsweg bis zum Fuß der Rampe.

Die letzten steilen Meter zum Skidepot
Gipfelgrat
Hier fellen wir auf und gehen Richtung Mittlerer Marzellspitze. Mit Steigeisen und Pickel die letzten 50 Höhenmeter hinauf zum Grat. Wir haben den Weg über die Mittlere Marzellspitze und den Grafferner aufgrund des starken Nebels verfehlt und sind von der Scharte über sehr steiles Gelände (nicht empfehlenswert) direkt ins Pfossental abgefahren.

Die Hintere Schwärze reizt mich nochmal zu erklimmen, dann als Sommerhochtour über den Normalweg, der sich aufgrund des starken Gletscherrückganges jährlich stark verändert. Alle Infos zu dieser Hochtour findet ihr unter Hintere Schwärze, Normalweg über Gletscher und Blockgrate. 

Höhenmeter: 1500 m
Gehzeit: 3,5 Stunden im Aufstieg
Einkehr: Jägerrast am Parkplatz im Pfossental

Gipfelkreuz der Hinteren Schwärze

Montag, 28. März 2016

Weisskugel, 3738 m

Skitour auf den Weisskugel-Wintergipfel.

Der Nebel begleitet uns auf der Skitour zur Weisskugel
Nach einem Kaffee starten wir im Schnalstal in Kurzras und gehen die Piste des Lazaunliftes empor. In der scharfen Linkskurve gehen wir geradeaus weiter und ziehen über eine Steilstufe sich rechts haltend ins Steinschlagtal. Anfangs flach und dann steiler empor Richtung Steinschlagferner und weiter (mit geschulterten Skiern) zum Quelljoch, 3260 m.

Aufstieg zum Quelljoch
Blick vom Quelljoch auf den Matscherferner
Von dort fahren wir ca. 50 Höhenmeter hinunter zum Matscherferner. Nach einer Hangquerung umgehen wir die Innere Quellspitze und das Hintereisjoch. Zum Schluss über die Gipfelflanke hinauf zum Wintergipfel der Weisskugel, 3738 m.

Blick ins Matschertal
Heute der einzige freie Blick zur Weisskugel
Die Abfahrt erfolgt auf dem Aufstiegsweg bis zum Hinteren Eisjoch und fahren dort über den gleichnamigen Ferner hinunter bis auf 2500 m. Über den Sommerweg erreichen wir zu Fuß das Hochjoch-Hospiz, 2413 m, wo wir übernachten.

Höhenmeter: 1700 m im Aufstieg, 1200 m in der Abfahrt
Gehzeit: 4,5 Stunden im Aufstieg
Einkehr: Hochjoch-Hospiz

Hochjoch-Hospiz

Dienstag, 7. Juli 2015

Piz Bernina (Biancograt und Spallagrat), 4048 m

Grandiose Überschreitung des Piz Bernina.

Erster Blick zum Bianco-Grat
1. Quartier, die Tschiervahütte
Fahrt nach Pontresina im Val Bernina, wo wir am Bahnhof parken. Von hier entweder zu Fuß, mit der Kutsche oder dem Taxi des Hotels Rosegs hinein ins Val Roseg bis zum gleichnamigen Hotel auf 2000 m. Hier beginnt die Wanderung auf gutem Steig hinauf zur Tschierva-Hütte, 2573 m, die wir nach 1,5 Stunden pünktlich zum Abendessen erreichen.

Kurz unterhalb der Fuorcla Prievlusa
Blick zu Piz Palü und Bellavista
Nach einer schlaflosen Nacht gibt es um 3.00 Uhr Frühstück. Dann geht es hinter der Hütte auf einem Steig, der mit Katzenaugen versehen ist, los. Links vom Tschierva-Gletscher steigen wir über felsiges Gelände unschwierig hinauf bis unterhalb der Fuorcla Prievlusa. Wir ziehen die Steigeisen an und gehen über ein steiles Gletscherfeld mit Bergschrund empor bis in die Fuorcla Prievlusa, 3430 m.

Endlich der Biancograt in Sicht
Oberer Teil des Biancograts
Von der Scharte wechseln wir in den Fels und klettern über mehrere Passagen (II-III-Stellen) und ein kurzes, steiles Eisfeld empor zum Biancograt. Nach einer kurzen Rast steigen wir über den Biancograt, einem Schneegrat, auch Himmelsleiter empor bis zum Piz Bianco, 3995 m. Ab jetzt wieder über luftige Kletterpassagen und zwei Abseilstellen empor zum Piz Bernina, 4049 m.

Blick vom Piz Bianco zu Piz Bernina
Letzter Abseiler vor dem Piz Bernina
Die Gipfelrast fällt kurz aus, aufgrund des penetranten Geruchs und des bevorstehenden Abstiegs. Dieser erfolgt über den Spallagrat (Normalweg). Zunächst über einen Schneegrat und dann über zwei felsige Abseilstellen hinunter zum Morteratsch Gletscher und von dort zur Marco e Rosa Hütte, 3597 m. Nach einer erholsamen Nacht mit stark abkühlenden Gewittern entscheiden wir am nächsten Morgen die geplante Piz Palü-Überschreitung nicht durchzuführen.

Spallagrat (Normalweg), unser Abstiegsweg
Tiefblick vom Spallagrat in den Tschierva-Kessel
So geht es im Regen über die Bellavista-Terrasse und dem Fortezza-Grat hinunter bis zum Pers-Gletscher, den wir überqueren. Über die Gletschermoräne geht es dann empor zum Berghaus Diavolezza, 2973 m. Mit der Seilbahn schweben wir dann bequem hinunter zum Bernina-Pass und von dort mit der räthischen Bahn hinunter bis Pontresina.

Verhältnisse: derzeit top
Höhenmeter: 1650 m (von der Hütte zum Gipfel)
Gehzeiten: 1,5 Stunden im Aufstieg zur Tschierva-Hütte,  Gipfelüberschreitung: 10 Stunden
Abstieg von der Marco e Rosa Hütte: 4 Stunden

Morteratsch-Gletscher kurz vor dem Rif. Marco e Rosa
Durch die Eisbrüche der Bellavista-Terrasse

Sonntag, 12. April 2015

Hasenohr, 3257 m

Frühjahrsskitour auf das Hasenohr in Ulten.

Abfahrt vom Hasenohr im Ultental
Jetzt auch auf 3000 m angekommen, der Osterhase
Mit zarten Sonnenstrahlen starten wir in Ulten, unterhalb der Kuppelwieser Alm. Über den Forstweg entlang bis kurz vor der Alm und dann links den Hang empor zur Staumauer des Arzkarsees. Über der Staumauer wechseln wir die Talseite und erreichen über mehrere sanfte und einem steilen Hang das Gletscherbecken, ca. 2800 m.

Start auf den östlichsten Dreitausender der Ortlergruppe
Staumauer des Arzkar-Sees
Mit Harscheisen durchqueren wir das Becken, über eine Steilstufe empor und dann wieder über sanftere Hänge zum Gipfel des Hasenohr, 3257 m. Eine weite Gipfelschau in alle Richtungen lohnt den Anstieg.

Aufstieg mit Blick zurück zum Staudamm
Rückblick vom Gipfelhang
Abfahrt wie Aufstieg, mit hartgepresstem Schnee im oberen Teil, Firn im Mittelteil und aufgeweichtem Schnee im unteren Teil. Die Skitour klingt in der Steinrast-Alm gemütlich aus.

Höhenmeter: 1350 m
Gehzeit: 3,5 Stunden im Aufstieg
Einkehr: Steinrast-Alm, kurz unterhalb vom Parkplatz

Zufrittspitze (links) und das Dreigestirn
Zufrittspitze (rechts), dann die Eggenspitzen und das Brentagebirge

Samstag, 13. September 2014

Lodnerspitze, 3228 m

Vereister Westgrat auf die Lodnerspitze.

Kleine Weiße, Hohe Weiße und der Lodner 
Einstieg am Lodner Westgrat
Kletterei am Westgrat, hinten die Kleine Weiße
Helmut und ich gehen um 5.00 Uhr oberhalb von Tabland am Fuße der Texelgruppe los. Wir nehmen den Steig Nr. 8, wandern hinauf zur neu erbauten Nassereith-Hütte, 1523 m und weiter ins Zieltal. Im Morgengrauen erreichen wir die Zielalm, 2196 m und die Lodnerhüttte, 2259 m, wo wir frühstücken.

Plattenkletterei am Westgrat
Schlüsselstelle, das Wandl
Gut gestärkt geht es dann weiterhin auf Weg 8 zum Fuß des Lodner-Westgrat. Ein eiskalter Nordwind empfängt uns. Wir ziehen uns warm an, schlüpfen in unseren Gurt, setzen den Helm auf und erklimmen den Grat.

Die Lodnerspitze in Sicht
Aussichtsreich, der Westgrat am Lodner
Ab Halbweg klettern wir vorsichtig weiter und sichern uns abschnittsweise, da nun der gesamte Grat vereist ist. Die genaue Beschreibung der Gratkletterei findet ihr unter Lodner (Westgrat), als wir ihn vor zwei Jahren im Sommer begangen sind.

Lodnerspitze in der Texelgruppe
Angezuckerte Gipfelfreude
Am Gipfel genießen wir in einem windgeschützten Eck einen schönen Rundblick Similaun, Lazinser Rötelspitze, Tschigot, Spronser Rötelspitze, Hohe Weiße und Hohe Wilde, Texelspitze, Schwarzkopf, Sefiarspitze, Rötenspitz und dem nebelverhangenen Hinteren Seelenkogel.

Abseilen über die Abseilstangen am vereisten Normalweg
Hohe Weiße, Nachbar vom Lodner
Anschließend seilen wir über den Nordgrat an den vorhandenen Abseilstangen (Normalweg) ab, erreichen den kurzen Lodnerferner und erreichen wieder den Einstieg in den Westgrat. Von dort auf dem Anstiegsweg zurück zur Lodner-Hütte und durch das Zieltal bergab zum Auto.

Höhenmeter: 1850 m
Gehzeit: 5,5 Stunden im Aufstieg, 3,5 Stunden im Abstieg
Einkehr: Nassereith-Hütte, Zielalm, Lodnerhütte (voraussichtlich noch bis 5. Oktober 2014 geöffnet)

Murmeltier im Zieltal
Es lodert, am Lodner

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