Donnerstag, 26. Juli 2012

Texelspitze, 3318 m

Anspruchsvolle und sehr einsame Dreitausender-Gipfelrunde in der Texelgruppe.

Kreuzspitze in der Texelgruppe
Die Gipfelrunde führt um die "Blaue Lake"
Oberhalb vom kleinen Bergdorf Katharinaberg im Schnalstal parke ich und folge dem lauschigen Almweg Nr. 10 durch den lichten Wald anfangs steiler, dann in langer Querung hinüber zur Mairalm, 2095 m. Von der Alm auf Steig 9-10 über die Wiesen zu einem großen Stein und dort links weiter auf Pfad Nr. 9 über einen steilen Grashang, stets den guten Stein-Markierungen folgend nach Gingl.

Blick vom Gingl zum Gingljoch (rechts)
Vom Gingljoch weglos weiter zum Blaulackenkopf
Bald gelange ich in das Wiegental, gehe in dessen Talschluss und halte mich rechts, über einen Geröll-Steig empor ins Gingljoch, 2938 m. Vom Gingljoch links unterhalb des Grats weglos über Steine, Platten und Geröll weiter zum Blaulackenkopf, 3163 m mit Steinmann am Gipfel. Am flachen Blaulackenkopf überrascht die Aussicht auf die wildromantischen, gegensätzlichen Berge der Texelgruppe.

Am Blaulackenkopf schieben sich die Dreitausender in den Himmel
Blick vom "Auf dem Kreuz" zur Weisskugel und der Kreuzspitze (rechts)
Genussreich folge ich dem breiten Bergrücken weiter zum nächsten Steinmann "Auf dem Kreuz", steige kurz ab in eine Senke und dann in leichter Kletterei empor zur Kreuzspitze, 3209 m. Auf einem Holzbalken lege ich eine panoramareiche Gipfelrast ein und blättere im Gipfelbuch. Das sichere Wetter lässt mich meine Gipfelrunde weiter fortsetzen.

Blaue Lake, Roteck und Hohe Weisse
Gipfelanstieg zur Kreuzspitze
Ich klettere über den ausgesetzten, brüchigen Felsgrat (I-II-Stellen) im Auf und Ab weiter zum Gipfel, der der Texelgruppe ihren Namen gibt. Am frühen Nachmittag stehe ich glücklich und auch ein wenig stolz auf der Texelspitze, 3318 m. Die Gipfelschau beeindruckt: unter mir liegt der Texelferner und ringsum lauter Dreitausender. Die spärlichen Einträge im Gipfelbuch weisen darauf hin, dass die Texelspitze ein wenig begangenes Ziel ist.

Die Texelspitze (vorne) steht im Schatten des Roteck (hinten),
dem höchsten Gipfel  der Texelgruppe
Blick zurück zum Grat und der Kreuzspitze
Ich überschreite die Texelspitze und klettere vorsichtig anfangs den Grat Richtung Roteck entlang und dann über Geröll und Felsen weglos hinunter zur Blauen Lake, einem grün schimmernden Bergsee. Weiter geht es wieder über große Steine, den Steinmännern folgend hinunter zur Kälberalm, 2486 m und weiter bis zum Weg Nr. 9, der von der Lodnerhütte auf das Ginggljoch führt.

Auf der Texelspitze steht ein Steinmann mit Gipfelbuch
Tiefblick auf den Texelferner
Hier quere ich den Lafaisbach und habe den letzten Gegenanstieg vor mir. Ein frischer Summerred-Apfel gibt mir neuen Schwung und nach 500 Höhenmetern stehe ich mit der Abendsonne auf dem Ginggljoch. Vom Joch kehre ich auf dem Anstiegsweg wieder zurück nach Katharinaberg. Auf der gesamten Tour habe ich bis auf pfeifende Murmeltiere und grasende Kühe niemanden getroffen.

Die gesamte Gipfelrunde erfordert Ausdauer und Trittsicherheit. Im Sommer ist die Texelspitze ein wenig begangener Berg.
Höhenmeter: 2300 m
Gesamtgehzeit: 11 Stunden
Einkehr: keine
Ein Schaf und die Hohe Weisse
Mairalm mit Blick zur Ortlergruppe

Kommentare:

magdalena hat gesagt…

wunderschiane bilder, moni.
liebe grüße

Markus hat gesagt…

Bravo!
Bin ich vor Jahren gegangen und nach der Kreuzspitze umgekehrt wegen aufziehenden Nebel und brüchigem Fels auf dem Weg zur Texel. Gruß, Markus

Monika hat gesagt…

@ Magdalena
Danke - die Landschaft war auch wunderschön!

@ Markus
Danke :)
Bei Nebel oder wenn man unsicher wird, ist es richtig umzukehren. Auch die Kreuzspitze ist schon eine lange und sehr lohnende Bergtour...

Liebe Grüße, Monika

C. K. hat gesagt…

War an diesem Tag "gegenüber"am Lodner. Hätten wir uns ja fast gesehen (mit einem ordentlichen Fernglas).
War ein feines Wetter, nicht?
LG, Christiane

Monika hat gesagt…

Hallo Christiane,
ja - war ein sehr schöner Tag :)
Habe immer wieder hinüber geschaut zum Lodner und seinem Westgrat. Sooo schöön!
Liebe Grüße, Monika

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